Blick über den Tellerrand

Was unsere Lehrkräfte im April/ Mai 2026 beim Erasmus+ Job-Shadowing in Finnland gelernt haben.

Vier Lehrkräfte besuchen die Laanilan Koulu in Oulu und bringen spannende Impulse für unseren Schulalltag mit.

Ruhige Schulflure, ein starker Fokus auf Chancengleichheit und ein kostenloses Mittagessen für alle: Das finnische Schulsystem gilt weltweit als Vorbild. Um herauszufinden, was den Erfolg im hohen Norden ausmacht, reisten im April und Mai dieses Jahres vier Lehrkräfte unserer Schule im Rahmen des „Erasmus+“-Programms nach Nordfinnland. Frau Zientek und Frau Kliemann machten Mitte April den Anfang, bevor Frau Schuller und Herr Clausen Anfang Mai für eine Woche die Schulbank an der nordfinnischen Technologiestadt Oulu drückten. Ihr klares Ziel: Job-Shadowing an der Mittelschule Laanilan Koulu.

Einblicke in die Laanilan Koulu

Die Schule im Stadtteil Laanila/Hintta vereint rund 380 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7 bis 9 sowie etwa 420 Jugendliche in der integrierten Oberstufe unter einem Dach. Betreut werden sie von rund 40 Kolleginnen und Kollegen. Der Schultag ist kompakt: Der Unterricht beginnt um 8:15 Uhr und endet um 14:20 Uhr. Mittendrin sorgt eine feste, halbstündige Pause in der Schulmensa dafür, dass alle gestärkt durch den Tag kommen. Getreu dem Motto des Schulleiters konzentriert man sich hier voll auf das Wesentliche beim Lernen, um den Jugendlichen eine sichere Umgebung und die besten Fähigkeiten für ihren weiteren Lebensweg mitzugeben.

Überraschende Unterschiede im Unterricht

Ausgestattet mit individuellen Stundenplänen hospitierte das deutsche Quartett in ganz unterschiedlichen Fächern – von Geografie und Hauswirtschaft bis hin zu Werken und Schwedisch. Dabei fielen sofort einige Besonderheiten ins Auge:

  • Analoge Stärke & Lesekompetenz: Trotz Oulus Ruf als herausragender Technologiestandort wird im Unterricht überraschend viel analog statt rein digital gearbeitet. Das zahlt sich aus – die Lesefähigkeit der finnischen Jugendlichen ist bemerkenswert hoch.
  • Englisch auf hohem Niveau: Die Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler ist beeindruckend und liegt im Durchschnitt deutlich über dem bekannten Niveau.
  • Gelassenheit durch Selbstverantwortung: Der Sportunterricht findet geschlechtergetrennt in kleinen Gruppen statt. Die Sicherheitsregeln sind bewusst locker gehalten und setzen voll auf die Eigenverantwortung der Jugendlichen.
  • Echte Arbeitsplätze: In vielen Klassenräumen gibt es „echte“ Einzelarbeitsplätze, die den Schülern maximale Konzentration ermöglichen. Zudem herrscht an der gesamten Schule eine strikte „Keine Handys“-Regel im Unterricht.

Das finnische Erfolgsrezept: Kiitos, Finnland!

Besonders beeindruckt zeigte sich das Reiseteam von der finnischen Grundhaltung zur Bildung: Lernmittel, Verbrauchsmaterialien und das tägliche Mittagessen sind für absolut alle Schülerinnen und Schüler komplett kostenlos. Es gibt kaum standardisierte Tests, dafür jedoch eine gelebte Klarheit bei der Aufgabenverteilung zwischen Selbst-, Schüler- und Elternverantwortung.

„Mehr Gelassenheit durch Vertrauen und eine klare Struktur – das täte unserem Alltag auch gut“, resümierten die vier nach ihrer Rückkehr aus dem Land der Nordlichter. Die gesammelten Ideen und Eindrücke werden nun im Kollegium ausgewertet, um zu sehen, welche finnischen Impulse sich auch an unserer Schule umsetzen lassen.

 

Text: Juliane Kliemann
Fotos: Erasmus+ Projektgruppe

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